Einige Daten-. Fakten und Infos rund um das Thema Rundfunkempfang


DAB/DAB+ vs. UKW

Kürzlich erhielten wir folgende Frage von einem passionierten Radiohörer "Wieso wird beim digitalen Radioempfang so zögerlich gehandelt, bei der Umstellung auf digitalen TV Empfang ging es doch problemlos". Wir hatten den Eindruck, dass es doch noch einige Fragen und Unklarheiten um das Thema digitalen Radioempfang gibt und versuchen nun unsere Erkenntnisse zusammenzufassen und weiterzugeben.

 

1. Warum ging die Umstellung von analog- auf Digital-TV  -im Gegensatz zu digitalem Rundfunk- relativ Geräusch.-und problemlos vonstatten?

Der TV Konsument hat bei der Umstellung meist nur einen Einzigen TV ersetzten müssen, bei den Radioempfängern schaut das ganz anders aus, da sind in jedem Haushalt meist mehrere Geräte vorhanden, z.b. im Wohnzimmer, Schlafzimmer, Küche, Bad, PKW, Gartenhütte etc. Zudem halten die meisten Radios mehrere Jahrzehnte durch und TV Geräte werden meist innerhalb von 10 Jahren durch ein neueres Modell ersetzt. 

 

TV Geräte wurden immer günstiger, flacher, leichter, stromsparender und vor allem wurde das Bild deutlich besser bzw. klarer und schärfer. Also fast durch die Bank nur Vorteile!

Diese Vorteile können wir leider nicht 1:1 bei der Umstellung auf DAB/DAB+ Radios erwarten. 

Zum einen gibt es pro Haushalt deutlich mehr Empfänger als TV´s zu tauschen, was die Privathaushalte teuer zu stehen kommt. Wir haben auch einige gute alte Radios manchmal sogar Erbstücke die wir nicht hergeben und weiter benutzen möchten. Zum anderen ist der DAB-Klang vergleichbar mit einem guten UKW Empfänger, aber eben kaum hörbar besser. Das ist so, weil man für Textmeldungen und Bilderübertragung einen Teil der digitalen Kapazität abzweigt bzw. reserviert hat. Auch der Stromverbrauch ist bei Digitalradios in der Regel höher als bei analog-Geräten und somit die Spieldauer per Batteriebetrieb deutlich verkürzt.

 

2. Man kann von München bis Hamburg seinen Heimatsender durchgehend hören.

Das ist nur theoretisch so, denn da spielt auch Politik in den Rundfunkanstalten eine größere Rolle.

Die großen Rundfunksender möchten sich ja gegenseitig nicht die Hörer abspenstig machen. Bei etwas kleineren Sendern ist das natürlich möglich, aber auch da bestimmen andere wer im Angebot bleibt und wer nicht hörbar bleibt.

 

3. Der DAB+ Empfang ist bereits zu 96% (Stand 2018) ausgebaut.

Da sprechen die Erfahrungen unserer Kunden eine ganz andere Sprache. Zum einen gibt es bei digitalem Empfang nur "geht.....oder geht nicht", wenn man das Sendegebiet langsam verlässt, eine Sendung unter UKW -wenn auch mit Störungen- zu Ende hören kann,  ist mit DAB+ z.b. nicht möglich.

Beim stationären DAB+ Empfang ist es oft notwendig mit dem Empfänger Richtung Fenster zu wandern, damit der Empfang möglich wird. Das liegt an der schwachen Sendeleistung von DAB+ und der vorhandenen Gebäudedämpfung. Außerhalb von Ballungsgebieten ist überdies immer noch nicht flächendeckend DAB Empfang möglich.

 

4. Es ist viel günstiger für die Sendeanstalten, denn UKW Sender benötigen mehr Strom als die digitalen Sendeeinheiten.

Das ist richtig, die Kosten verschieben sich allerdings nur von den Rundfunksendern zu Ihren Hörern, weil die digitalen Endgeräte/Empfänger mehr Strom verbrauchen also die analogen Radios. Bei vielen Millionen Empfängern kommt da ein stattliches Sümmchen zusammen.

 

5. Für die Umwelt ist es besser, weil der Stromverbrauch bzw. die Stromkosten für die Sendeanstalten geringer ausfällt.

Siehe Punkt 4, es ist nur eine Verschiebung. Für die Umwelt wäre die Abschaltung von UKW eine Katastrophe, denn viele Millionen Empfänger würden unbrauchbar auf den Elektronik Müllberg wandern, ohne das dies Notwendig wäre. Und viele Millionen Neugeräte müssten unnütz produziert werden, Stichwort: Ressourcen-Schonung. Die Großkonzerne würde das natürlich begrüßen für die Umwelt wäre das allerdins ein immenser Schaden. Und wie so oft würde der einzig der Bürger damit unnötig belastet.

 

6. Die zusätzlichen Möglichkeiten von TEXT Einblendungen und Bildern auf dem Display ist ein Zusatznutzen den die Hörer sich wünschen.

Wir haben über Monate unsere Kunden befragt und konnten nicht Feststellen, das dieser Wunsch vorhanden war. Wer Texte und Bilder auf Displays sucht ist bei PC, Tablet oder TV deutlich besser aufgehoben. Viele Radiohörer genießen es, einmal nicht auf einen Bildschirm starren zu müssen den Gedanken sowie der Fantasie freien Lauf zu lassen. Das ist ein ganz anderes Erlebnis und weit weg von der Gleichschaltung vieler Medien.

 

Fazit:

Grundsätzlich sind wir nicht gegen einen digitalen Radioempfang, aber wenn die Umstellung keine bzw. nur theoretische Vorteile für den Radiohörer hat, dann macht der digitale Radioempfang -außer für die Rundfunkanstalten und Konzerne- keinen Sinn. Wir lauschen also weiter unseren Lieblings- UKW Sendern und hoffen, dass wir das noch möglichst lange machen können. Am Ende bestimmen Großkonzerne wer im Digital-Angebot aufgenommen und ausgestrahlt wird und wer nicht. Uns allen bleibt nur zu hoffen, dass in Zukunft mal wieder  Entscheider in den Rundfunkanstalten und der Politik sitzen, die wenigstens etwas Sachverstand besitzen, denn daran mangelt es -allem Anschein nach- doch allzu häufig. 


Anzahl der Radiosender 

 

 

Jahr       Radiosender

1988    =         48

2000    =        261

2006    =        341

2012    =        381

2016    =        415


Anzahl der Radios in deutschen Haushalten (Stand 2015)

 

 

UKW     =   143,0     Millionen     

DAB+    =       6,4  Millionen

Internet =       3,1  Millionen


Anzahl der DAB+ Autoradios

 

2015 = 1,9 Millionen  (Anzahl zugelassener PKW 44 Millionen)

2016 = 3,1 Millionen  (Anzahl zugelassener PKW 45 Millionen)

 


Radiohördauer in Deutschland -durchschnittlich in Minuten pro Tag